| Alfreds Traum-Karriere
Alfred merkt man an, dass er geradewegs aus einem Jobtraining kommt...
Mit aufgesetzter Begeisterung preist er das Neueste auf dem Markt der "Wohlfühlprodukte" an. "Wellness on Wheels" heißt das und bricht radikal mit dem Gewohnten. "Wellness auf Rädern" kommt nun nämlich direkt zum Kunden ins Haus.
Der braucht nur noch die Augen zu schließen und nebenbei ein wenig über sein bisheriges Leben nachzudenken. Alfred leistet ihm dabei aktive Hilfestellung...
Typen wie dieser Alfred sind uns in der ersten Hälfte der 90er Jahre im deutschen Osten in Scharen begegnet. Vom ersten Arbeitsmarkt ausgespuckt, fielen sie auf schöne bunte Werbepostillen herein, ließen sich zur Probe anstellen, priesen halbherzig halbherzige Produkte an, verloren dabei sämtliche Freunde, überwarfen sich mit der eigenen Familie und waren am Ende eigentlich froh und auch ein wenig erleichtert, als sie wieder auf der Straße standen. So gesehen hat der Kabarettist Stephan Arendt mit seinem Wellness-trainer Alfred eine durchaus griffige und immer noch zeitgemäße tragische Figur geschaffen. Niemals eine verwundbare Stelle zeigen - so lautet die Devise eines Produktverkäufers.
Im Verlaufe seines etwa 90-minütigen Kundengesprächs geht Alfred immer wieder das Herz über. So stellt er die interessante Frage, was denn mit dem 16-seitigen Hartz IV-Fragebogen passiert, wenn der Arbeitslose vermittelt werden konnte. Gelangt der auf kurzem Wege etwa gleich zum Amtsgericht, sozusagen als Offenbarungseid für spätere Gelegenheiten?
weiter...
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